Vergleichbarkeit

CO2-Fußabdruck 

Der Torfabbau ist mit erheblichen Emissionen von Treibhausgasen (THG) verbunden. Der Einsatz von Torfersatzstoffen anstelle von Torf kann den CO2-Fußabdruck der Substratherstellung deutlich reduzieren. 

HORTICERT hat eine einheitliche Methodik zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks entwickelt, welche Aussagen zur Treibhausgaseinsparung von torffreien und torfreduzierten Substraten im Vergleich zu herkömmlichen Produkten mit einem hohen Torfanteil erlaubt und Transparenz am Markt schafft.

KLimAziele

Science-Based Targets Initiative (SBTi)

Die Science Based Targets Initiative (SBTi) überprüft wissenschaftsbasierte Klimaziele von Unternehmen zur Reduzierung ihres CO2-Fußabdrucks.

In der Gartenbauindustrie legen immer mehr Unternehmen Klimaziele fest, die den Richtlinien der SBTi entsprechen. HORTICERT unterstützt dabei mit einer einheitlichen Methodik zur Berechnung ihres CO2-Fußabdrucks sowie einem Tool zur Überprüfung der Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette von Torfersatzstoffen und Substraten.

HORTICERT-zertifizierte Unternehmen können ihre CO2-Einsparungen in Nachhaltigkeitsberichten und am Point of Sale mit den entsprechenden Logos und Claims kommunizieren.


Berechnung des CO2-Fußabdrucks

Die Berechnung umfasst die gesamte Produktionskette, von der Gewinnung der Rohstoffe über die Weiterverarbeitung zu Substratkomponenten bis hin zur Herstellung der finalen Blumenerde oder des finalen Kultursubstrats. Darüber hinaus werden Emissionen aus Transport, Nutzung und Entsorgung berücksichtigt.

Rohstoffgewinnung

Die Rohstoffe verschiedener Torfersatzstoffe werden auf unterschiedliche Weise gewonnen. Entsprechend unterscheiden sich die wesentlichen Emissionsursachen je nach Rohstoff.

Auf Kokosplantagen kommt es beispielsweise insbesondere durch den Einsatz von Düngemitteln zu Emissionen. Bei der Holzgewinnung sind unter anderem Kraftstoffe für Forstmaschinen zu berücksichtigen. Als Rohstoff für Grüngutkompost wird Grünschnitt verwendet, dem als Abfall keine Emissionen zugeschrieben werden.

Komponentenproduktion

Bei der Weiterverarbeitung von Rohstoffen zu Substratkomponenten sind insbesondere Emissionen aus dem Elektrizitätsverbrauch von Produktionsmaschinen sowie aus dem Kraftstoffverbrauch von Radladern zu berücksichtigen. Weiterhin spielen bei einigen Materialen, wie beispielsweise bei Grüngutkompost und Rindenhumus, die Emissionen des Kompostierungsprozesses eine wichtige Rolle.

Häufig durchlaufen Rohstoffe mehrere Prozessschritte, bevor sie als Komponente im Substrat genutzt werden können. Bei der Treibhausgasberechnung müssen die Emissionen aller Prozessschritte berücksichtigt werden. 

Substratherstellung

Bei der Substratherstellung im Erdenwerk ist insbesondere die Energie, die für das Mischen von Blumenerden und Kultursubstrate benötigt wird, sowie der Kraftstoffverbrauch von Radladern für die Berechnung der Emissionen wichtig. Darüber hinaus müssen die Emissionen von Verpackungsmaterialien berücksichtigt werden.

Nutzungs- und Postnutzungsphase

Auch die Nutzung und Entsorgung muss bei der Berechnung des CO2-Fußabdrucks berücksichtigt werden, um ein vollständiges Bild über alle verursachten Emissionen eines Substrats zu erhalten. Hier kommt es aufgrund von Zersetzungsprozessen organischer Materialien zu weiteren Emissionen. Insbesondere bei Torf führen diese Zersetzungsprozesse aufgrund des im Torf gebundenen Kohlenstoffs zu hohen Emissionen.

CO2-Fußabdruck

Um den gesamten CO2-Fußabdruck eines Substrats zu ermitteln, werden die Emissionen der verschiedenen Produktionsschritte entlang der Lieferkette sowie der Nutzung und Entsorgung aufsummiert. Außerdem werden die Transportemissionen entlang der gesamten Lieferkette mit einbezogen. 

HORTICERT berechnet die potenziellen Einsparungen von THG anhand einer Torf-Referenzmischung. Diese besteht zu 100% aus Torf — 50% Weißtorf und 50% Schwarztorf — und die berücksichtigten Emissionen decken ebenfalls die gesamte Produktionskette ab.

Im Vergleich zu dieser Referenzmischung weisen alle Torfersatzstoffe deutlich geringere Treibhausgasemissionen auf, was sie zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Wahl macht. Die prozentualen Einsparungen können über ein HORTICERT Siegel kommuniziert werden.